Das Geheimnis der Urkatze

 

 

 

1. Unerwarteter BesuchProphezeihungNeu.png


Der volle Mond erhellte die Senke des Baumgevierts und im Licht des Silbervlieses versammelten sich die Katzen der 5 Clans.
Kurama blickte vom Großfelsen auf die Krieger und Schüler, die Heiler und Junge, hinab, die sich am Fußes des Felsen tummelten. Sie tauschte einen raschen Blick mit den beiden Katzen, die sich neben ihr niedergelassen hatten. Auf deren zustimmendes Nicken hin, erhob sie sich und begann mit klarer Stimme für den WolkenClan zu sprechen:

"Zur Zeit sorgt eine Krankheit für Chaos im WolkenClan. Viele Katzen sterben und keiner kann sich erklären wieso."

Sie versuchte sich ihre Sorge nicht anmerken zu lassen und blickte schnell zu Silberstern um ihr das Wort zu übergeben.
Silberstern trat würdevoll nach vorne und musterte die Katzen, die vor ihr saßen.
Es sind deutlich weniger, als bei den letzten Versammlungen.

"Wir haben das gleiche Problem." Die SchattenClan-Anführerin hielt kurz inne und nickte Kurama verständnisvoll zu. "Letzte Nacht verstarb unsere Heilerin Mondlicht. Wir trauern sehr um sie."

Ein Flüstern ging durch die Reihen der Katzen, ein leiser Wind der Trauer wehte durch die Senke.
Auch Kurama blinzelte ihr mitfühlend zu, bevor sie sich an den WindClan-Anführer wandte.

"Und wie steht es bei euch?"

Seelenstern hob den Kopf. Mit ruhiger Stimme berichtete er:

"Auch den WindClan-Katzen macht die Krankheit zu schaffen. Sonst geht es uns allerdings gut. Die Beute scheint faul zu sein und läuft uns praktisch vor die Pfoten."

Wenigstens etwas. dachte Kurama. Ihr Blick glitt über die versammelten Katzen am Fuße des Großfelsen.

"Kann jemand sagen, wie es um Fluss- und DonnerClan steht?"

"Ich wette ihnen ergeht es nicht anders." murmelte Seelenstern, halb zu sich selbst. "Seit Tagen haben wir sie nicht mehr an den Grenzen gesehen."

Eine Schülerin mit blaugrauem Fell - Blaubeerpfote, erinnerte Kurama sich - stand zögerlich auf und miaute:

"Seelenstern hat Recht, wir haben dasselbe Problem."

Eine FlussClan-Kriegerin neben ihr nickte zustimmend.
Für kurze Zeit legte sich ein Schweigen auf die Senke, bis ein Kater den Kopf reckte und mit tiefer Stimme verkündete:

"Ich bin Nordwind aus dem DonnerClan. Wir teilen eure Sorgen. Erst heute morgen wurden zwei unserer Junge tot in der Kinderstube aufgefunden."

Bestürztes Miauen erhobt sich. Das Getuschel schwoll an und bald redeten alle durcheinander.

"Überall sterben Katzen und keiner weiß was für eine Krankheit das ist!" hörte man die junge Blaubeerpfote rufen.

"Der Sternenclan wird uns bestimmt helfen! Wir müssen nur an ihn glauben!" erwiderte ein Junges aufgeregt. 

"Efeujunges hat Recht!" stimmte Hasenpfote, eine frisch ernannte WindClan-Schülerin ihm zu.

Plötzlich zuckte ein Blitz durch den Himmel und durchschnitt die Nacht. Erschrocken blickten die Katzen zum vollen Mond, der ungewöhnlich dunkel wirkte. Schweren Regenwolken kamen ihm gefährlich nahe, doch verdeckten sie den schwachen Schein des Vollmonds nicht.
Auf einmal zog heftiger Wind auf und Regen begann gegen den Großfelsen zu peitschen.
Erneut blitzte es, diesmal noch heller und noch näher.
Vereinzelte Angstschreie hallten durch die Senke, dann geschah es.
Erst ertönte ein Donnergrollen, dann ganz plötzlich wieder ein Blitz. Stark, kraftvoll und hell.
Und so viel näher als zuvor.
Der Blitz schlug in den Großfelsen ein, direkt dort, wo die Anführer standen.

Hustend sah Silberstern sich um. Die Luft war voller Rauch und Staub. Langsam klarte die Luft wieder auf. Sie sah sich um. Am anderen Ende des Großfelsen bemerkte sie, wie Kurama sich aufrappelte und irgendwo links neben sich hörte sie Seelensterns Miauen.
Wie durch ein Wunder schien niemand verletzt.
Der Großfelsen hatte nicht einmal einen Kratzer abbekommen, doch da, wo der Blitz eingeschlagen ist, stand plötzlich…

Wer… Was ist das?!

Das Wesen, das da zwischen ihnen stand war von unbekannter Gestallt. Doch hatte es eindeutig vertraute, katzenhafte Züge. Und obwohl es nur wenige Schwanzlängen entfernt stand und definitiv lebendig war, schien es auf groteske Weise nur ein Schatten seiner selbst zu sein.

Seelenstern gebot den erschrockenen Rufen, die aus der Senke zu ihnen hinaufdrangen mit einem Schwanzschnippen Einhalt.
Er zwang seine Pfoten zur Ruhe und machte einen Schritt auf das Wesen zu.

"Wer bist du?" fragte er und bemühte sich den Schrecken zu verbergen, der ihn wie auch alle anderen durchfahren hatte.

Das Wesen sah zwischen ihnen hin und her bis sein Blick an dem WindClan-Anführer hängen blieb.

"Ich bin der Anbeginn, ich bin die Wahrheit. Ich bin der Ursprung eurer Leben.

Silberstern unterdrückte ein Zittern und fragte: "Was meinst du damit?"

"Ich bin Mutter und Vater aller Katzenwesen dieser Welt. Meine Kinder sind die Katzen der alten und der neuen Zeiten, die großen Räuber, die eure Vorfahren waren und die jungen Jäger, die ihr seid. Ich bin die Urgestalt aller unserer Familie." antwortete das Wesen mit durchdringender Stimme, sodass jede Katze seine Worte klar und deutlich vertsehen konnte.

Kurama blickte ihm unsicher in die Augen.

"Also bist du eine Art... Urkatze?" fragte sie.

"Was machst du dann hier?" wollte eine FlussClan-Kriegerin wissen.

 "Urkatze..." Die silbrige Gestalt lächelte. "Wenn ihr es so nennen wollt. Namen sind unbedeutend, wichtiger ist, was sie betiteln."

Das Wesen schüttelte den mächtigen Kopf. 

"Ich bin nicht gekommen um mit euch über Unwichtiges zu reden.
 Ich, Mutter und Vater aller Katzenwesen, bin besorgt um das Leben einer meiner letzten wildlebenden Kinder.
Ich weiß, dass euch der Frost umklammert, dass Luft zum Atmen euch fehlt, eure Körper zu tanzen beginnen, um schließlich für immer zu ruhen.

Hoch hinaus und wieder hinab werden eure Pfoten steigen. Macht euch auf, um dem Tanz des Todes Einhalt zu gebieten. Seit ohne Furcht vor dem Weg, ihr reist im Zeichen der Mutter und des Vaters aller Katzenwesen, doch fürchtet die Zeit.
Sie rinnt und nicht einmal der Ursprung und der Anfang kann dies verändern.
"

Seine Stimme bekommt einen eindringlichen Klang und jeder Katze in der Senke erschien es nun, als stünde die Urkatze direkt vor ihr.

"
Finden müsst ihr einen Ort der Harmonie, der Gerechtigkeit und Gleichheit und Hilfe erbitten im Namen der Mutter und des Vaters aller Katzenwesen. Verlasst die Jagdgebiete eurer Ahnen und sucht den Ort, wo Lumia über ihre Seelen wacht.
Erinnert euch gut an meine Worte."

Die Katzen musterten die Urkatze verwundert. Aufeinmal erschien erneut ein blended helles Licht, das scheinbar direkt aus dem Wesen zu kommen schien.

Kurama kniff reflexartig die Augen zusammen, doch als sie sie wieder öffnete war die Urkatze verschwunden.

Findet einen Ort der Gerechtigkeit und Gleichheit...

Plötzlich ging der zweiten Anführerin etwas durch den Kopf.

"Diese Urkatze... Hat sie vielleicht von der Krankheit gesprochen?"

Erneut brachen Disskussionen unter den Katzen aus. Die Vertreter ihrer Clans tauschten auf dem Großfelsen einen ratlosen Blick.

Plötzlich hob sich eine helle Stimme von dem Gemurmel der anderen ab.

"Heißt das, wir verlassen unsere Clans?" fragte Efeujunges und die Katzen verstummten.

In unbehaglicher Stille hallten jedem Krieger und jedem Jungen, jedem Heiler und jedem Schüler die Worte der Urkatze im Kopf nach. Wie die Erinnerung an eine verblasste Melodie.

 

2. Aufbruch

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Es war der 22. Tag des begonnenen Mondes, als sich die Clan-Katzen erneut am Baumgeviert einfanden. Die Mienen der Anwesenden spiegelten gemischte Gefühle wieder: Funkelte bei dem einen doch die abenteuerliche Neugier in den leuchtenden Augen, so war es bei dem Anderen Angst oder Unsicherheit.

Der Einzelläufer Panther streunte am Rande der Versammlung umher und beobachtete das Durcheinander skeptisch. Er wusste, dass dies kein gewöhnliches Treffen sein konnte, denn ihm war aufgefallen, dass sich die Clan-Katzen sonst nur bei Vollmond versammelten. Doch heute war der Mond nur ein Schatten seiner sonst so prächtigen Erscheinung und nur ein paar wenige Lichtstrahlen fanden ihren Weg zu den Katzen.
Plötzlich war Panther, als flüstere eine leise Stimme etwas in seinem Kopf. Erschrocken schüttelte er sich.
Er hatte die Worte nicht verstehen können und überlegte schon, ob seine Sinne ihm einen Streich spielten, als er die Reaktionen der anderen Katzen bemerkte.

Sie hatten es wohl auch vernommen. Bevor sich Panther weiter den Kopf darüber zerbrechen konnte, löste sich eine Gestalt aus der Menge und kletterte auf den Großfelsen.


Eine große schwarze Kätzin hob würdevoll den Kopf und begann zu sprechen:

"Ihr habt es alle gehört. Hoch hinaus, das waren die Worte der Urkatze. Damit müssen die Hochfelsen gemeint sein."

Rauchstern gebot dem zustimmenden Miauen mit einem sanften Schwanzschnippen Einhalt und erhob erneut die Stimme:

"Katzen aller Clans! Es ist Zeit loszuziehen, um die Krankheit, die uns zu vernichten droht, hinter uns zu lassen.
Möge die Ahnen unsere Pfoten leiten, sodass wir bis zum Untergang der Sonne die Hochfelsen erreicht haben.
Lasst uns aufbrechen!"

Die ehemalige Anführerin des SchattenClans sprang mit einem mächtigen Satz vom Großfelsen. Ihre Pfoten landeten sicher neben ihrer Schwester Eulenherz auf dem gefrorenen Erdboden.

"Wir werden das WindClan-Gebiet durchqueren müssen." miaute sie.

Eulenherz nickte zustimmend. "Das ist der kürzeste Weg."

 

Rauchstern stieß ein lautes Jaulen aus und gab damit das Zeichen zum Aufbruch.
Zögerlich setzten die Katzen sich in Bewegung.

Luchsjunges, die zwischen Hasenpfote und Blaubeerpfote lief, blickte sich verwundert um.

"Gehen wir jetzt wieder nach Hause?" fragte sie ihre Clan-Kameradin, als sie das vertraute Gelände erblickte, doch Hasenpfote schüttelte den Kopf.

"Wir gehen zu den Hochfelsen." erklärte die Schülerin, "Wie die Urkatze uns gesagt hat."

 

Luchsjunges wusste nicht, wie viel Zeit wohl schon vergangen sein musste. Sie war noch nie so weit gelaufen! Und obwohl sie schon fast eine Schülerin war, brannten ihre Pfoten und bei jedem Schritt schien es ihr, als bissen lauter kleine Zähne in ihre Ballen.

Da stupste Eulenherz, die sich gerade mit Feuerfeder unterhalten hatte, sie plötzlich sanft an.

"Schau mal, da hinten kann man schon die Hochfelsen sehen."

 

Die Sonne war schon fast hinter dem Horizont versunken, als Rauchstern das Tempo drosselte und am Fuße der Hochfelsen zum Stehen kam.

"Kommt! ich kenne von meinen Reisen zum Mondstein eine Felsformation, nicht weit von hier. Dort können wir Schutz für die Nacht finden."

Sie führte die Clan-Katzen einen schmalen felsigen Pfad entlang, bis sie vor einem riesigen, wettergegerbten Stein innehielt, der schräg gen Himmel ragte und über dem umliegenden Felsen eine Art Dach bildete.

"Hier werden wir eine Rast einlegen. Der Felsen ist groß genug für uns alle und wird uns vor Wind oder eventuellen Angreifern schützen. Ihr solltet trotzdem die Augen offen halten."

Nach und nach versammelten sich alle Katzen in dem provisorischen Lager. Jetzt war es also soweit. Sie waren aufgebrochen, hatten ihre Territorien verlassen und befanden sich an den Grenzen des ihnen bekannten Landes.
Keine Katze wusste, was sie dahinter erwartete. Wo diese Reise sie hinführen würde.
Doch vorallem eine Frage spukten in den Köpfen der Clan-Katzen umher:

Werden wir unseren Wald jemals wieder sehen? 

 

 

3. Die ersehnte Rettung?

 

Nachdem die Katzen der Clans beschlossen hatten zu einer Reise aufzubrechen bei der sie hoffentlich ein Heilmittel für ihre Kranken Clangefährten finden würden, führte sie ihr Weg über den gefährlichen Donnerweg zum Zweibeinerort, wo einige von ihnen sich mit den Jungen und den Kranken niederließen damit diese geschont werden konnten.

Eine kleinere Gruppe von Katzen hatte es sich in der Menge zur Aufgabe gemacht alles zu organisieren und weitere Schritte zu planen, doch auch sie waren ratlos. Es war ganz gleich welchen Rang und welches Alter die Katzen hatten, alle wussten nicht genau wie es weiter gehen sollte.

Erst nach einer Vision der Urkatze wussten die Katzen, wo sie ihr Ziel hinführte: die Hochfelsen im Territorium des Stammes der reinen Seelen.

Nur zögerlich fand ein erster Kontakt statt, dieser war jedoch entscheidend. Kurama hatte das Wort übernommen, nachdem die gesandten ClanKatzen von den Stammeskatzen misstrauisch und merkwürdig angeschaut wurden.

"Entschuldigt, dass wir einfach in euer Gebiet eindringen. Wir sind in friedlicher Absicht gekommen."

Eine junge cremefarbene Katze trat hervor. Höflich, aber immer noch skeptisch, neigte sie den Kopf vor den Fremden.

"Was ist euer Anliegen? Was braucht ihr vom Stamm der reinen Seelen?"

Nachdem die Gesandten der Clans den Wortführern des Stammes ihre Situation erklärt hatten, war dieser bereit ihnen zu helfen und gab ihnen die Kräuter, die die Kranken Katzen heilen würden ... bis auf eines.

"Dem Stamm ist es eine Ehre, den Clans zu helfen.", sprach Weide die am See steht, eine von zwei Worftführern des Stammes. Die Cremefarbene machte eine Pause, bevor sie weiter redete.

 "Allerdings liegt es nicht in unserer Macht euch die ersehnte Heilung eurer Gefährten zu bringen. Ein Kraut benötigt ihr noch, allerdings haben wir keinen Vorrat von diesem. Es ist nur sehr schwer zu finden. Aira aus der Heilergilde wird euch erklären, woran ihr das Kraut erkennen und wo ihr es finden könnt."

Kurama durfte in die Höhle der Heilergilde und sich die nötigen Informationen von den Katzen holen, während die restlichen ClanKatzen in der Haupthöhle warten mussten.

Nachdem Kurama wusste, wonach sie suchen mussten, verließen sie den Stamm der reinen Seelen wieder und gingen zurück zu den restlichen ClanKatzen.

Diese hatten sich zwischenzeitlich mit einander angefreundet. Die WindClan Katze Mistelkralle ging mit der WolkenClan Kriegerin gemeinsam auf Jagd, um die Jungen, Alten und Kranken zu versorgen. Zusammen konnten sie erfolgreich etwas Beute auftreiben. 

Die Katzen, die von den Hochfelsen kamen, sprachen mit der großen Masse.

"Wir haben es fast geschafft! Uns fehlt nur noch ein einziges Kraut und wir wissen auch schon welches das ist."

Gespannt lauschten alle dem Bericht. Die folgende Aufgabe war klar: Erneut musste eine Gruppe aufbrechen und das letzte, fehlende Kraut suchen.

Eine junge Kriegerin stand auf und blickte entschlossen die Gesandten an. Kurama verstand die Geste und nickte ihrer Schwester zu. Neben Feuerfeder fanden sich noch zwei weitere Katzen, die bereit waren erneut aufzubrechen, um das Heilmittel zu finden.

Die kleine Gruppe mit Kurama, Feuerfeder, Blaubeerschweif und Kriegspfote fanden sich bald darauf in der Nähe des Baumgevierts wieder. Die Beschreibung von Aira passte perfekt auf den Ort zu.

Schnell bemerkten sie doch, dass sie nicht alleine waren. 

"Was sucht ihr denn hier?"

Ein großer, massiger, schwarzer Kater trat aus dem Schatten mit einem gehässigem Grinsen im Geischt. Neben ihm tauchte eine kleinere, schneeeweiße Kätzin auf. Die beiden blieben aber nicht allein, da noch eine weitere graue Katze auf der anderen Seite des schwarzen Katers erschien. 

Die ClanKatzen schauten sich verwirrt und erschrocken an. Eins konnte man den Katzen ansehen. Sie waren nicht aus Spaß hier. dennoch probierte es Kurama mit Ruhe. 

"Wir wollen hier keinen Kampf starten. Wir befinden uns auch nicht in eurem Territorium."

Den WolkenClan Katzen war aber bereits klar mit wem sie es zu tun  hatten. Das waren Katzen vom Rudel der Friedlosen. Feuerfeder erinnerte sich schmerzhaft an den Kampf gegen das Rudel zu ihrer Schülerzeit.

Der Kater schnaubte nur. "Die ganze Wildnis ist Territorium des Rudels."

Er schaute zu den zwei Katzen neben sich, woraufhin sie  zustimmend nickte. 

Die beiden Schwetsern rückten näher zusammen, während sich Blaubeerschweif schützend vor ihren Schüler stellte. 

Die Stimmung spannte sich zunehmend an. Das Fell der einzelnen Katzen sträubte sich. Bis die Situation eskalierte.

"Verschwindet und lasst uns in Ruhe!.", fauchte Kurama aufgebracht. 

Der muskulöse Kater verengte die Augen. Er blickte erst zu der weißen Katze links neben sich, dann zu der Grauen, die rechts auf seiner Seite stand.

"Luft, Maus, ich denke es wird Zeit, dass wir den Clanviechern mal etwas benehmen bei bringen."

Während Maus sofort begeistert dabei war und ihre Krallen ausfuhr, wirkte Luft noch etwas skeptisch.

"Hälst du das für eine gute Idee, Dorn?"

Der Kater ließ sich nicht beeindrucken oder beeinflussen und griff mit Maus die ClanKatzen an. Daraufhin folgte auch die weiße Rudelskatze. Blaubeerschweif kämpfte mit ihrem Schüler Seite an Seite gegen Luft. Maus hatte sich die WolkenClan Kriegerin vorgenommen und Dorn war auf den Rücken von Kurama gesprungen. 

Es war ein erbitterter Kampf. Die Kräfte ausgeglichen und es hätte ewig so weiter gehen können, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Das war den ClanKatzen auch bewusst. 

Plötzlich hatte Feuerdfeder eine Idee. Sie warf Maus von sich ab und hatte einen kurzen Moment Ruhe vor ihr. Diese Zeit nutzte die Kriergin um zu Blaubeerschweif zu gelangen, die nach wie vor Seite an Seite mit ihrem Schüler kämpfte. Schnell bat sie die FlussClan Kriegerin sich um Maus zu kümmern. Die blaugraue Kriegerin war verwirrt, ließ Kriegspfote schließlich alleine mit Luft und nahm sich Maus vor, bevor diese sich wieder auf Feuerfeder stürzen konnte. 

Da Feuerfeder nun frei war, konnte sie endlich nach dem fehlenden Kraut suchen. Sie versuchte sich zu beeilen und vernahm immer wieder die Kampfschreie von vereinzelten Katzen.

Nach einiger Zeit fand sie tatsächlich den letzten Teil für das Heilmittel.

"Ich habe es! Wir können nun zurück!", rief sie über den Kampflärm hinweg. 

Hämisch grinste Kurama Dorn an, als sie den Ruf ihrer Schwester hörte und verpasste ihm einen letzten Schlag, bevor sie sich zurück zog. Auch Blaubeerschwei und Kriegspfote konnten ihre Gegner abschütteln und sich befreien. Gemeinsam mit dem Kraut machten die vier Katzen sich auf den Weg zurück zu den Wartenden.

Sie überreichten den Heilern, die sofort herbei geeilt kamen, das letzte Kraut. Unsicher und von einigen Diskussionen unterbrochen, begannen die Heiler der fünf Clans die ganzen Kräuter zusammen zu mischen und den Erkankten das Heilmittel zu verabreichen.

Die Clans warteten noch einige Tage, bevor sie sich auf den Heimweg machte, um zu sehen, ob das Heilmittel wirklich wirkte. Und tatsächlich, die Erkrankten wurden wieder fitter und erholten sich von der Krankheit. 

Für die Clans hieß es nun sich auf den Weg zu ihren jeweiligem Territorium zu machen und sich voneinander zu verabschieden. Bald würde wieder alles so sein wie früher. Nur einzelne Freundschaften werden den Konkurrenzkampf der Clans überstehen und überleben. Aber die Zukunft der Katzen im Wald war gesichert.


Kommentare

Sehr coole Geschichte!
Oha, Hut ab, Schreiben können 'se auch, die Wildkatzen - Respekt.
Kann ich nur bestätigen, gefällt mir